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KILLESBERGHÖHE

s ist September. Noch einmal zeigt der Sommer, wie schon der Frühling hätte sein können. Kleine Kinder, in ihren Hän- den mit Eis gefüllte Waffeltüten, strecken diesem vermutlich bald letzten prallen Sonnenschein keck die Zunge heraus. Doch so bunt und sommerlich die Eistüten noch gefüllt sein mögen, der Herbst lässt grüßen und färbt schon langsam die Blätter der Bäume bunt. Grund genug, bei angenehmer Temperatur einen Spaziergang über den Killesberg zu unternehmen. Dieser Berg, der mit seinen bescheidenen 417 Metern Höhe eigentlich gar keiner ist, soll seinen Namen von den Kelten haben: Külle hieß bei ihnen Bergnase oder Kuppe. Wo uns heute Wiesen und Villen, Parks und Parkplätze umgeben, soll um 1820 Wein angebaut worden sein. Den trinken wir später und machen uns auf zum höchsten Punkt in Stuttgart Nord, dem Bismarck- turm. Seinen Bau hatten 1899 Studenten der Technischen Hochschule Stuttgart initi- iert, sodass er am 16. Juli 1904 eröffnet werden konnte. Heute erinnert der 20 Meter hohe, 2001 sanierte Turm aus Keupersandstein nicht nur an den alten Reichskanzler Otto von Bismarck. Son- dern ebenso an die heutige Wegwerfgesellschaft. Denn die herrliche Fernsicht auf die Stadt wird getrübt durch den Nahblick auf die Hinterlas- senschaft von Menschen ohne Rücksicht. Doch ärgern wir uns nicht, sondern genie- ßen. Auch die Freiheit, einen solch ehrwür- digen Platz nachts ab und zu zur wilden Partyzone oder nachmittags zum gemütlichen Hocketsetreff zu machen. Mit einem Blick über die weite Feuerbacher Heide und romantische Gartenlauben, hechelnde Hunde und köchelnde Geländewagen gehen wir weiter: vom Reichskanz- ler zum ersten Bundespräsidenten, genauer dessen Wohnhaus im Feuerbacher Weg 46, in nur wenigen Minuten. Hier kann der Be- sucher sehen, wie „Papa Heuss“ lebte, was er liebte und was in den Anfangsjahren unserer Republik an- und aufregte. Anregen zu mehr Bewegung könnte der SV Prag in der darunter- liegenden Parlerstraße. 1899 als Turnverein Prag gegründet hat er heute rund 500 Mitglieder. Und lädt zum Boxen und Bas- ketball, Fuß- und Volleyball, Prellball und Turnen ein. Dass der Name Prag nichts mit der tschechischen Hauptstadt zu tun hat, steht fest; woher er allerdings kommt ist weniger klar: Brache oder Barg? Das soll für die Kelten Anhöhe oder Nacken bedeutet haben, Zwei Kilometer Geschichte(n) E 1 2 3 Vom Bismarckturm zum WeiSSenhof 10 Reportage

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