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KILLESBERGHÖHE

1 Zwei WEGE,Bei ALDI: mitten im Leben Hier, wo sich tagtäglich Alt und Jung, Mann und Frau, Singles und Familien, und oft genug auch Arm und Reich begegnen, treffen wir uns an zwei Tagen mit zwei Frauen. Zwei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: die eine vom Nordbahnhof, die andere vom Killesberg. Die eine rechnet mit jedem Cent, die andere stets mit dem Besten. Beide haben drei Kinder, beide sind glücklich, beide kaufen gerne ein. Diesmal mit uns, bei ALDI auf der Killes- berghöhe, für je maximal 50 Euro. Ein grauer Dienstag im Oktober. Es ist 18.15 Uhr. Wir treffen Giovanna H., 42, aus Kalabrien, seit 18 Jahren in Deutschland, seit vier Monaten geschieden, Mutter von drei Kindern (11, 12, 16), Mieterin einer Dreizimmer-Wohnung (63 m2 , Miete 505 Euro). Wie oft kaufen Sie ein, Frau H.? „Mindestens einmal in der Woche.“ Und wo kaufen Sie meistens ein? „Immer beim Discounter, weil die Preise für mich gut sind.“ Frau H. hat monatlich 250 Euro für Nahrungsmittel zur Verfügung. Zwei ihrer Kinder leiden unter Glutenunverträglichkeit. Deshalb muss sie Brot und anderes im Reformhaus kaufen. Schreiben Sie sich einen Einkaufszettel? „Ja, immer, und beim Einkaufen rechnen meine Kinder mit.“ Was kaufen Sie denn häufig ein? „Nudeln, Obst, Gemüse. Und Fleisch, wenn es nicht so teuer ist.“ Worauf achten Sie noch außer auf den Preis? „Hier, das Zeichen von Stiftung Warentest, das ist gute Qualität.“ Während wir uns unterhalten, hat sie zielsicher schon einiges in den Wagen gepackt. Wie dreimal laktosefreie Milch, später fünf Do- sen geschälte Tomaten. Das gibt Nudeln mit Tomatensoße. Heute kommt Hackfleisch dazu. Und was würden Sie gerne mal kaufen? „Richtige italienische Salami und echte Mortadella.“ Im ALDI-Wagen liegen jetzt auch Rote Wurst, Schweinegulasch und Schwarzwälder Schinken. Frau H. ist fast ein wenig verlegen, als sie sieht, was sie schon alles eingekauft hat. Für die Kinder auch Schokomüsli, Säfte und Obst. Was essen Sie denn selbst am liebsten? „Aglio e olio!“, sagt sie strahlend. Wir stehen an der Kasse, und über das Laufband rollen noch Par- mesan, Sonnenblumenöl, Cappuccino, Zucker, Reis. Wie viel hat Frau H. wohl ausgegeben? Genau 42,35 Euro. Sie strahlt und packt ein – zwei gewichtige Tüten voll. Sie bedankt sich. Wir uns auch: Ciao, Frau H. und alles Gute. 18 Interview

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