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Killesberghöhe Magazin

Frauen haben heute ihren eigenen Kopf und Haare jeder Länge, Männer tragen Jeans und Shorts, Häuser zeigen sich in Holz und Glas und manche Wohnung wird von schwedischen Elchen bevölkert. All das ändert nichts an dem zu jeder Zeit sehenswerten Killesberg-Ziel Weißenhofmuseum in der Rathenaustraße 1– 3, das vom Erdgeschoss bis zum Panoramadach als begehbares Exponat Besucher aus aller Welt anzieht. Selbst für Automobil-Werber war das Architektur-Denk- mal prestigeträchtige Kulisse: 1928 lässt Daimler eine Dame mit Topf- hut vor dem Haus posieren, 2001 präsentiert Porsche ein knallrotes Modell vor weißer Weißenhof-Fassade. Krönung der glanzvollen Weißenhof-Geschichte wäre sicher die Aufnahme der Le Corbusier-Bauten in die Hall of Fame des UNESCO Weltkulturerbes. Ein Ziel, das schon greifbar nah schien, in letzter Minute dann aber doch nicht erreicht wurde. Doch: Was nicht ist ... „DAS LICHT AM MORGEN“ Anja Krämer studierte in Stuttgart und Bamberg Kunst- geschichte, Germanistik und Denkmalpflege, arbeitete als freiberufliche Gutachterin für denkmalgeschützte Gebäude, engagierte sich ehrenamtlich im Verein der Freunde der Weissenhofsiedlung e.V. und ist seit 2006 Leiterin des Weissen- hofmuseums im Haus Le Corbusier. So treffen sich Studium, Berufserfahrung und persönliches Interesse; wie sich im Haus mit seinen 140 Quadratmetern Innen- und 240 Quadratmetern Gesamtfläche jährlich bei rund 700 Führungen und Einzelbesuchen 21.000 Menschen am Weissenhof treffen. Seit der Eröffnung 2006 haben bis Ende Juli 2014 exakt 182.740 Menschen die Bauhaus-Ikone am Killesberg besucht. Die positive Resonanz der in- und ausländischen Gäste, Architekten, Architektur-Interessierten und -Laien dokumentiert sich in den vielfältigen Einträgen in dicken Gästebüchern. Und der Erinnerung Anja Krämers an zwei besondere Gäste: Zum einen Balkrishna Doshi, indischer Architekt, der Mitte der 1950er-Jahre mit Le Corbusier an ­indischen Projekten gearbeitet hat. Zum anderen ein namen- loser Besucher, der beim Betreten des Museums meinte „Alles doof!“ und beim Verlassen den selben Kommentar abgab. Alles schön findet Anja Krämer, wenn sie morgens über die von ihr geliebte Außentreppe an der Rathenaustraße 1 in den Freibereich kommt und dort dem Lichtspiel des beginnenden Tages zusieht: „Ein Genuss“, sagt sie, „die Raumwirkung, die Ordnung, die Architektur“, das begeistert sie. Begeistern und immer wieder durch neue Bezüge neu ins Licht des Interesses setzen, will sie auch das Haus und seine Ausstellung der großen Architekten einer großen Architekturära. Kaum verwunderlich, dass Anja Krämer die neue City-Architektur an der Heilbronner Straße wenig beeindruckend findet. 17PANORAMA

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