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Killesberghöhe Magazin

DR. WIELAND BACKES ÜBERS SPRECHEN, SPRACHE, SPRÜCHE STATT NACHTCAFÉ MAL MITTAGSTISCH AN EINEM SONNIG-MILDEN MITTAG ANFANG OKTOBER SITZEN WIR MIT DR. WIELAND BACKES, 68, TV-MODERATOR UND JOURNA- LIST, AUF DER TERRASSE DES VINUM, DEM RESTAURANT UND CAFÉ IM LITERATURHAUS. NAHELIEGEND: BACKES HAT NEBENAN SEIN BÜRO. UND ER IST VORSTAND DER FREUNDE DES LITERATURHAUSES, FÜR DIE ER AM 17. SEPTEMBER 2014 BEI EINEM AMÜSANTEN GESPRÄCHSABEND MIT TV-LEGENDE FRANK ELSTNER IM VOLL BESETZTEN MOZARTSAAL DER LIEDERHALLE DEZENT GEWORBEN HAT. IM MITTELPUNKT DIESES ABENDS STANDEN SEIN LEBEN ALS MODERATOR UND MENSCH SOWIE SEIN NEUES ZITATEBUCH, OHNE DAS WIR AUCH HIER NICHT AUSKOMMEN. k: „Für ein gutes Tischgespräch kommt es nicht so sehr darauf an, was sich auf dem Tisch, sondern was sich auf den Stühlen befindet“, steht in Ihrem neuen Zitatebuch auf Seite 30. Wenn sich auf einem der Stühle einer der profiliertesten TV-Moderatoren befindet, liegt ein Thema nahe: Sprechen, Sprache, Sprüche. Mögen Sie noch ­darüber reden? W.B.: Ja, natürlich. Ich bin sprachverliebt und mag den Wortwitz. Der Reiz der Sprache ist doch etwas Wunderbares. Schlechter Umgang mit der Sprache trifft mich hart. k: Auf Seite 122 Ihres kleinen Bandes steht: „Der spricht vier Spra- chen: Schwäbisch, Hochdeutsch, durch die Nase und über die Leut.“ Wenigstens „Hochdeutsch“ und „Über die Leut“ trifft ja auch auf Sie zu. Wann wurden Sie denn Schwabe? Und können Sie Schwäbisch schwätzen? W.B.: Auch wenn ich seit 66 Jahren hier lebe, so richtig als Schwabe fühle ich mich eigentlich nicht. Meine Eltern, die ja beide Schulleiter an zwei verschiedenen Schulen waren, haben Hochdeutsch mit uns gesprochen. Ich habe als kleiner Junge zu Hause hinter dem Ofen gesessen und Schwäbisch geübt: Weisch … und bisch … Heute kann ich – wenn ich will – akzentfrei Schwäbisch sprechen (sagt Backes lachend). k: Der kürzlich verstorbene Schauspieler Dietmar Schönherr hat mit der Sendung Je später der Abend 1973 den Begriff Talkshow ­populär gemacht. Mögen Sie als langjähriger Gastgeber des Nachtcafés die- sen inzwischen arg strapazierten Gattungsbegriff? Oder wie nennen Sie Ihr Format? W.B.: Der Begriff ist nun mal da, auch wenn er sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Als ich das Wort Talkshow zum ersten Mal hörte, dachte ich, schon wieder so ein amerikanischer Unfug, später bin ich dann selber für dieses Genre entflammt und erschrecke nicht, wenn mich einer Talkmaster nennt. Meine Triebfeder ist die Neugier. Eine gute Talkshow lebt vom Interesse der Menschen, sich zu vergleichen (sagt „der ungekrönte König des Niveau-Talks“, wie DIE ZEIT ihn im Mai 2000 nannte). k: Sie sprechen in Ihrer Sendung meist recht langsam, fast sanft. Ist das angeboren oder antrainiert oder Methode? W.B.: Nein, das ist ganz natürlich. Ich bin beim Sprechen eher lang- sam. Eine der größten Anstrengungen bedeutet für mich, den Trailer zur Sendung in 20 Sekunden zu sprechen. 39INTERVIEW

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